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Timelines

Donnerstag, den 17.12.2009

Veranstaltungen sind per definitionem kleine Projekte, die einer gewissen Planung bedürfen. Sollte man meinen und kann auch jeder in den diversen Handbüchern nachlesen.

In der Praxis gibt es dazu allerdings unterschiedliche Auslegungen, wie so ein Timetable auszusehen hat.

Die Profivariante zeigt deutlich die Insignien und Statussymbole nach außen. Gestresste Menschen mit Headsets am Ohr, Clipboard und Handy sowie einer Fülle von Listen unter dem Arm laufen kreuz und quer durch die Veranstaltung und sorgen (im Idealfall) für einen reibungslosen zeitlichen Ablauf. Eventablauf nach Minutentakt...

Etwas abgespeckt gibt es zumindest einen(!) der Planer, der sich für diese Dinge verantwortlich fühlt und weiß, wer was wann wo aufführt, sagt, singt oder was auch immer. Klappt meistens und reicht vollkommen aus.

Eine rudimentäre Voraussetzung ist es (als Basic sozusagen), dass irgendeiner (egal wer) zumindest eine grobe Ahnung hat, was alles an dem Abend passieren soll. Das "wann", "wo" und in welcher Reihenfolge ergibt sich dann schon. Kann klappen, muss aber nicht zwangsläufig.

Aber eigentlich gar nicht geht das, was letztens bei uns passiert ist. Große (und ich meine wirklich für unsere Verhältnisse große) Veranstaltung, von der ich vorher nur wusste, dass eine Gruppe auftreten soll (Piano, Streicher...). Kein Problem - Probe vorher und gut ist. Eine Stunde vor dem Eintreffen der Gäste übergibt mir einer der Organisatoren sein Handy mit den Worten:"Hier ist eine der beiden Damen, die nachher noch singen sollen". Oh schön, gut zu wissen. Ist ja noch 1/2 Stunde Zeit...

Kaum sind die Sängerinnen da, wollen Sie natürlich einen Soundcheck, die Streichergruppe will sich aber auch noch einspielen, beide brauchen auch den Flügel - na super!

Am Mischpult angekommen, um den Gesang zu mischen, stürmt ein Mann auf mich zu mit den Worten: "Sind Sie der Tonmensch? Wir spielen nachher noch." WTF - ich bin nicht der "Tonmensch" und wer spielt was wann? "Kleine Band mit Drumset, Gitarre und Gesang" OMG!

Das alles ist zwar stressig, aber irgendwie auch häufig erlebte Realität. Dass dann aber die beiden Sängerinnen auf ihren Auftritt geschlagene 2 1/2 Stunden warten mussten, weil immer dann, wenn einer der Acts aufgehört hatte und eine Sekunde Stille im Saal war, die Gelegenheit nutzte, einfach loszuspielen oder wahlweise jemand entdeckte, dass dort vorne vor der Bühne eine offenes (immer gefährlich!) Mikro vereinsamt herumsteht (und das natürlich zu einer ausladenden Dankesrede nutzte), war schon Sitcom vom Feinsten...

Die Sängerinnen warteten im Gang auf ihren Moment, kamen immer einen Augenblick zu spät, um rechtzeitig den Saal und die Bühne zu entern und die Laune sank merklich bei ihnen... Als dann die Trostflasche Sekt, die die beiden als "Warteentschädigung" erhalten hatten, der Neige zuging, schwante mir schon Schlimmes.

Im Endeffekt haben die beiden aber einen klasse Auftritt hingelegt und sich die Empfehlung durch uns redlich verdient --> http://www.myspace.com/duoscheeselong. Merci!
 

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